Einbeck (kp). Die Bürgerinitiative ,,Sch(l)aufenster“ in Einbeck präsentiert dieser Tage einen nahezu beispiellosen Akt menschlichen Engagements im Kampf gegen das Verschwinden ihrer Geschäftskultur und den Zerfall leerstehender Schaufenster, sowie einen Kampf für die Ästhetisierung jener wichtigen Kulisse ihrer gut 31.000 Einwohner starken Fachwerkstadt. Die Idee der Transformation eines Graufensters zu einem Sch(l)aufenster ist dabei so simpel und gleichzeitig kongenial umgesetzt. Doch jeder Interessierte mag sich darüber auf der eigenen Homepage www.bi-schlaufenster-einbeck.de oder am besten gleich vor Ort ein eigenes Bild machen.
Graufenster, das sind in der Regel leerstehende, zerfallene und mit Zeitungspapier abgedeckte Schaufenster, die nur schwer anzuschauen sind. Je mehr Graufenster eine Stadt zieren desto stärker die Suggestion, dass diese Stadt vom Aussterben bedroht ist.
Um sich nun diesem Problem entgegenzustellen, lud Herr Karl-Heinz Rehkopf am 13. Januar dieses Jahres alle Tatkräftigen Bürger in die Tangobrücke Einbeck ein. Als Folge entstand die Bürgerinitiative Sch(l)aufenster mit Hans-Jürgen Kettler als 1. Vorsitzender und Burgis Sowa als 2. Vorsitzende.
Das Ziel ist es, die heruntergekommenen Graufenster an Aussteller zu vermitteln, welche, in der Regel aus dem Raum Einbeck stammend, in einem Ästhetisierungsverfahren die Chance bekommen , ihr Unternehmen in einem nun künstlerisch umgestalteten Sch(l)aufenster zu repräsentieren.
Alles geschieht in Absprache mit den Eigentümern der Schaufenster, den Ausstellern und nicht zuletzt der Bürgerinitiative und soll langfristig mit keinerlei Kosten verbunden sein. Für die Umgestaltung lässt man sich gern durch kleine Spenden helfen, wenn es etwa darum geht, einen Eimer Farbe zu kaufen, um dem Gebäude einen schöneren Anstrich zu gewährleisten.
Die Ergebnisse sind verblüffend. Aus anfangs 55 Graufenstern wurden bereits 39 Sch(l)aufenster ins Leben gerufen. So befinden sich nun Unternehmen oder Institutionen wie die BBS Einbeck als Aussteller in einem dieser neugestalteten Fenster, um in immer wechselnder Funktion einen neue Berufssparte vorzustellen und so in Einbecks Innenstadt eine lebendige Atmosphäre zu erhalten.
Die Bürgerinitiative hat schon viel erreicht. Sie wollen mehr. Schließlich gilt es noch einige Graufenster ins Leben zurückzuführen. Doch dafür sei es notwendig, die Last auf „breitere Schultern“ zu verteilen, wie sich Burgis Sowa an diesem Dienstagabend , bei dem der Fernsehmoderator Dennie Klose durch den Abend navigierte, auszudrücken pflegte. Deswegen sei man auf die Idee gekommen Fensterpaten zu suchen. Jeder darf sich angesprochen fühlen. Engagieren dürfe sich jeder und man könne sich gar nicht vorstellen „wie viel Spaß es macht, Fenster zu gestalten“, so Frau Sowa.